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Gefördert vom Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen

InnaMoRuhr

Konzept einer Integrierten, nachhaltigen Mobilität für die Universitätsallianz Ruhr 

Laufzeit: 07.05.2020–30.04.2023

Logo zeigt den Text "InnaMoRuhr"

Forschungsvorhaben

In einem multidisziplinären Konsortium aus Sozial-, Wirtschafts-und Ingenieurwissenschaften gehen Forscher*innen der drei UA Ruhr-Universitäten der Frage nach, wie die Mobilität im Ruhrgebiet nachhaltig gestaltet werden kann. Das Projekt wird ein Konzept einer integrierten, nachhaltigen Mobilität für die Universitätsallianz Ruhr entwickeln und in einem Feldversuch praktisch erproben.

Ziel ist es, die vier Standorte der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr), Duisburg, Essen, Bochum und Dortmund, verkehrstechnisch besser miteinander zu vernetzen, Angebotslücken zu schließen und so das Mobilitätsverhalten der Studierenden, aber auch der Beschäftigten nachhaltig zu verändern.

Geplant sind die Erhebung des Mobilitätsbedarfs sowie die Entwicklung von Szenarien, die im Simulator getestet und schließlich im Realbetrieb erprobt werden sollen. Dabei werden lokal emissionsfreie Technologien, z.B. Elektro-Shuttles, aber auch On-demand-Services sowie andere Formen neuer Mobilität zum Einsatz kommen.

Pressespiegel

Arbeitspakete

1. Bestandsaufnahme der Ist-Situation

Um das aktuelle Mobilitätsverhalten zu erfassen, wird eine detaillierte Bestandsaufnahme der Ist-Situation vorgenommen, insbesondere der im Markt tätigen Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen und ihrer Zusammenarbeit in Netzwerken (Ecosystems), der bestehenden Verkehrsangebote und deren tatsächlicher Nutzung, um Angebotslücken (unbekannte Angebote, zu wenig vernetzte Angebote und unzureichende Angebote) sowie festgefahrene Einstellungen und Verhaltensweisen der Nutzer zu identifizieren.

 

2. Erhebung von Mobilitätsbedarfen

Die in AP 1 beschriebenen Verfahren werden auch dazu genutzt, Mobilitätsbedarfe und Nutzerpräferenzen zu erheben. Zum einen geht es darum, individuelle Mobilitätswünsche (etwa eine Direktverbindung vom Heimat- zum Studienort) zu erheben, um auf diese Weise mögliche Lücken im Verkehrsangebot sowie Bündelungspotenziale zu identifizieren, die Ansatzpunkte für innovative Mobilitätsangebote sein könnten (siehe AP 3). Zum anderen werden hier die individuellen Einstellungen und Präferenzen der Nutzer erhoben, die für die Verhaltenssimulation (siehe AP 4) und insbesondere die Typenbildung benötigt werden.

3. Entwicklung von Szenarien

Die in AP 1 und AP 2 erhobenen Daten werden zu Szenarien verdichtet, die zum einen die aktuelle Ist-Situation, zum anderen eine fiktive Konstellation enthalten, welche die Wunsch-Fahrpläne der Befragten bündelt und integriert. Diese Szenarien werden dann in AP 4 in Simulationsmodelle überführt. Der Vergleich des Ist- und des Wunsch-Szenarios soll dazu beitragen, nicht gedeckte Bedarfe und Lücken im Angebot zu identifizieren; er soll die Herausforderungen, aber auch die Chancen markieren, die mit der Einführung von RideSharing, Radschnellwegen oder flexiblen On-demand-Services und der damit angestrebten nachhaltigen Transformation des Verkehrssystems verbunden sind.

4. Simulations - Experimente

Der an der TU Dortmund entwickelte Simulator SimCo wird genutzt, um ein Verkehrsmodell zu entwickeln, welches das Verkehrsgeschehen rund um die vier UA Ruhr-Standorte in abstrakter Form abbildet. Zudem werden neue, bislang nicht implementierte Software-Komponenten entwickelt, insbesondere das Modul „Mobilitätsstation“ und die Technologie „On-demand-Service“. Die in AP 1 und AP 2 erhobenen Daten der Anbieter und Nachfrager werden verwendet, um die bereits existierenden Agententypen zu kalibrieren. Schließlich werden die in AP 3 erarbeiteten Szenarien technisch implementiert und in Simulationsläufen mit unterschiedlichen Settings experimentell getestet.

5. Praktische Erprobung ausgewählter Technologien

In diesem Arbeitspaket soll zunächst erarbeitet werden, wie in Mobilitäts-Ecosystems mit gleichzeitig Kooperation und Konkurrenz der Partner gemeinsam Wert geschaffen und unter den Partnern verteilt werden kann und wie technische Lösungen dafür aussehen könnten. Hierzu sollen dann in Zusammenarbeit mit Elektrotechnikern und Anbietern von Mobilitätsdienstleistungen, die bereits Unterstützung für das Projekt signalisiert haben, Experimente mit neuen, lokal emissionsfreien Technologien (Elektrofahrzeugen und Lademöglichkeiten) durchgeführt werden, die insbesondere in nachhaltigen (Car-, Ride- und Bike-)Sharing-Angeboten sowie im Busverkehr eingesetzt werden, um ihre Anschlussfähigkeit an andere Mobilitätsangebote (z.B. Fahrräder und sonstiger Nah- und Fernverkehr) abzuschätzen und so bestehende Angebotslücken (AP 1) und Mobilitätsbedarfe (AP 2) zu schließen.

6. Tools für ein integriertes Mobilitätsmanagement

Aufbauend auf und z.T. parallel zu den Erkenntnissen der vorherigen Arbeitspakete werden hier die technischen Verfahren und Instrumente entwickelt, die für ein integriertes, nachhaltiges Mobilitätsmanagement erforderlich sind. Dabei sollen soweit möglich, vorhandene Strukturen genutzt werden. Sie müssen allerdings speziell auf die Mobilität zwischen den Ruhrgebietsuniversitäten ausgerichtet werden. Es gilt allerdings, soweit möglich, in Absprache mit den Anbietern existierender Daten- bzw. Mobilitäts-Services Schnittstellen einzurichten, die es ermöglichen, die Technologien in AP 5 zu verbinden sowie die in AP 3 und AP 4 entwickelten Szenarien im Realbetrieb umzusetzen, d.h. Feldversuche mit ausgewählten Szenarien und Interventionsstrategien durchführen zu können, wie sie im Reallabor (AP 7) vorgesehen sind.

7. Reallabor

Jeweils fünfhundert Angehörige der vier UA Ruhr-Standorte erhalten für einen Zeitraum von sechs Monaten das Angebot, ihren Mobilitätsbedarf IT-gestützt zu erfassen und, darauf aufbauend, neuartige Mobilitäts-Services zu nutzen, die durch das integrierte Mobilitätsmanagement – in Kooperation mit bzw. ergänzend zu existierenden ÖV-Strukturen, d.h. in neuartigen Unternehmensnetzwerken (Ecosystemen), und den in AP 5 erprobten und in der Simulation (AP 4) auf ihre Rentabilität hin untersuchten neuen nachhaltigen Mobilitätslösungen – zur Verfügung gestellt werden, z.B. über eine App (vgl. AP 6).


8. Pilotprojekt

Aufbauend auf den Erkenntnissen von AP 7 wird ein Testfeld für ein mehrjähriges Pilotprojekt ausgewählt, in dem das integrierte Mobilitätsmanagement nunmehr zum festen Bestandteil bestehender Strukturen wird und von breiten Kundenschichten (und nicht nur von ausgewählten Testpersonen) genutzt werden kann. Das hier vorgeschlagene Projekt bereitet dieses Testfeld vor und beteiligt sich an der Anlaufphase.

 

9. Publikation, Transfer, Verwertung

Die Zwischenergebnisse der Forschungsarbeiten werden während der Laufzeit des Projekts auf einschlägigen nationalen wie internationalen Fachkonferenzen präsentiert und in der zweiten Hälfte der Projektlaufzeit auch in nationalen wie internationalen Fachzeitschriften publiziert. Zudem werden die Projektergebnisse in geeigneter Form aufbereitet, um sie interessierten Unternehmen, Verbänden, Verwaltungen etc. darbieten zu können.

 

 

 

 

 

 

Für mehr Informationen können Sie die Homepage von InnaMoRuhr  besuchen. 

Ansprechpartner

Anfahrt & Lageplan

Der Campus der Technischen Universität Dortmund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dortmund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dortmund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dortmund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dortmund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dortmund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dortmund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dortmund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.

Die Einrichtungen der Technischen Universität Dortmund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hochschule im angrenzenden Technologiepark. Genauere Informationen können Sie den Lageplänen entnehmen.